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Der Januar Effekt – Mythos oder Realität?

20. December 2022 13.:23
ca. 3 Minuten Lesezeit

Was ist der Januar Effekt?

Die Annahme, dass sich die Aktienkurse im Januar in der Vergangenheit besser entwickelt haben als in anderen Monaten, wird als "Januar Effekt" bezeichnet. Der Effekt wurde erstmals 1942 von dem Investmentbanker Sidney Wachtel festgestellt.

Aber erst in den 1970er und 1980er Jahren wurde er wirklich bekannt. Dann erschien eine Reihe von akademischen Forschungsarbeiten, die versuchten, diese offensichtliche Anomalie zu analysieren und herauszufinden, warum sie existieren könnte.

Theorien zum Januar Effekt

Der Januar-Effekt soll vor allem auf die Steuerplanung zurückzuführen sein. Demnach veräußern Anleger im Dezember Aktien, die sich unterdurchschnittlich entwickelt haben, um einen Kapitalverlust für das Jahr einzufahren und so ihre Steuerlast zu verringern. Dies führt zu einem vorübergehenden Kursrückgang. Im Januar erholen sich die Kurse, wenn die Käufe wieder anziehen. Analysen zeigen, dass der US-Aktienmarkt in 85 der letzten 130 Jahre im Januar gestiegen ist. Für einige andere Märkte sind die Zahlen sogar noch höher. Im Vereinigten Königreich war der Januar in 71% der Fälle ein positiver Monat, in Japan in 74% und in Australien in 78% der Fälle.

Ein weiterer möglicher Grund für die Anomalien an den Aktienmärkten im Januar ist der Jahresendbonus. Sobald sie über zusätzliches Bargeld verfügen, fließt das Geld oft in die Märkte und treibt die Aktienkurse in die Höhe.

Positive Monatsrenditen in Prozent seit 1890

*Japans Renditen sind ab 1921, Zeitraum: 1890 - 2019, Quelle: Global Financial Data and Refinitiv and Schroders.

Januar Renditen im Vergleich mit Monatsrenditen

*Japans Renditen sind ab 1921, Zeitraum: 1890 - 2019, Quelle: Global Financial Data and Refinitiv and Schroders.

Eine weitere Erklärung für den Januar Effekt ist das "Window-Dressing". Dahinter verbirgt sich die Vorstellung, dass professionelle Vermögensverwalter, je näher das Jahresende rückt, eher dazu neigen, ihre Portfolios umzuschichten, indem sie Verlierer oder spekulativere Bestände verkaufen. Dies führt Ende Dezember zu einem Abwärtsdruck auf die Kurse, gefolgt von einer Art Erholung im Januar, sobald dieser Druck nachlässt.

Es gibt viele weitere Theorien für den Januar Effekt, darunter die Vorstellung, dass die Psychologie der Anleger einen großen Teil des Phänomens ausmacht. Viele Menschen neigen dazu, zu Beginn des Jahres etwas Neues zu beginnen, und dazu könnte auch ein Versuch am Aktienmarkt gehören. Schon allein die Wahrnehmung des neuen Kalenderjahres - der Glaube, dass man "neu anfängt" oder "ein neues Kapitel aufschlägt" - kann einen enormen Einfluss auf das individuelle Verhalten haben.

Rozeff und Kinney (1976) fanden saisonale Muster in einem gleichgewichteten Index, dem NYSE-Index, bei dem kleine Unternehmen das gleiche Gewicht haben wie größere. Bei Indizes, die nur aus großen Unternehmen bestehen, wie dem Dow Jones Industrial Average, wurde derselbe Effekt jedoch nicht festgestellt. Der Effekt könnte also nur für kleinere Unternehmen gelten. Marc Reinganum (1983) wies jedoch darauf hin, dass die Überschussrendite kleiner Unternehmen aus steuerlichen Gründen in diesem Zeitraum konzentriert sein könnte. Unternehmen, deren Kurs im Vorjahr gesunken war, gerieten im Dezember weiter unter Druck, da die Aktionäre verkauften, um Kapitalverluste zu realisieren. Mit dem neuen Jahr könnten diese Aktien dann wieder anziehen. Diese Theorie wird noch wahrscheinlicher, wenn man bedenkt, dass seit 2018 immer mehr Privatpersonen steuerbegünstigte Altersvorsorgepläne nutzen, so dass es weniger Anreize gibt, zum Jahresende zu verkaufen, und der Januar-Effekt immer weniger spürbar ist. Andere Forscher verwiesen auf die Stimmung der Verbraucher und die größere Verfügbarkeit von Bargeld nach Boni und Weihnachten. Für Handelszwecke ist es wichtig, die Fundamentaldaten oder Nachrichten eines Unternehmens zu analysieren, anstatt sich auf solche Phänomene zu verlassen.

Das Anlageteam der Vermögensfreunde bezieht den “Januar-Effekt” also nicht in Investmententscheidungen mit ein.

Wie kann man sich als Anleger auf das neue Jahr vorbereiten?

Als Anleger könnte man in Erwartung eines möglichen Kursanstiegs im Januar bereits im Dezember Zuzahlungen vornehmen. Sollte dies der Fall sein, hat man die Möglichkeit, Gewinne zu sichern oder das Portfolio zu erweitern.

Wie immer rät man Anlegern aber auch, nicht zu versuchen den Markt zu timen, um von vermeintlichen saisonalen Anomalien zu profitieren. Eine auf langfristige Anlageziele ausgerichtete "Buy-and-hold"-Strategie ist eine gute Wahl, um langfristig Vermögen aufzubauen.

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